In der Porträtfotografie gibt es diesen besonderen Moment, wenn man zum ersten Mal mit einem neuen Gesicht zusammenarbeitet. Kürzlich war Tabea bei mir im Studio zu Gast. Obwohl es unsere Premiere war, entstand sofort eine kreative Eigendynamik, die es uns ermöglichte, zwei völlig gegensätzliche Bildsprachen an einem Nachmittag zu realisieren.
Die Kernidee
Das Ziel dieser Session war ein visueller Bruch. Ich wollte nicht nur ein schönes Porträt schießen, sondern die Transformation von einer unnahbaren, stilvollen Fashion-Ästhetik hin zu einer organischen, fast verletzlichen Nahaufnahme dokumentieren. Tabea bewies dabei eine beeindruckende Wandlungsfähigkeit, die den roten Faden des Shootings perfekt hielt.
Teil 1: Elegance & Fashion
Im ersten Abschnitt des Tages drehte sich alles um Klasse und klare Linien. Tabea präsentierte sich in einem zeitlosen, schwarzen Kleid, das dem Set eine gehobene Note verlieh.
Die Umsetzung
Hier lag der Fokus auf einer ausdrucksstarken Körpersprache. Wir arbeiteten mit harten Posen und einer eher kühlen Ausstrahlung. Die dunkle Kleidung sollte vor dem Hintergrund verschmelzen, während die Hautpartien durch das Licht förmlich herausgearbeitet wurden.
Die eingesetzte Technik
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Beleuchtung: Um diesen kantigen Look zu erzielen, nutzte ich den Godox AD300Pro Blitz. Als Lichtformer kam ein 55er Beautydish zum Einsatz. Dieses Setup erzeugt ein gerichtetes, kontrastreiches Licht, das die Gesichtszüge betont und den typischen Fashion-Charakter unterstreicht.
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Objektiv: Mein Favorit für diese Distanz war das Samyang AF 85mm F1.8 FE für Sony E. Die Brennweite ist ideal für Oberkörper-Porträts und bietet eine brillante Schärfe bei gleichzeitig sanftem Auslaufen des Hintergrunds.



Teil 2: The Wet Hair Series
Nach einer kurzen Pause veränderten wir das Konzept radikal. Aus der eleganten Dame wurde ein puristisches Motiv für meine fortlaufende Wet-Hair Serie
Die Umsetzung
Mit feuchten Haaren und einem sehr reduzierten Look rückten wir Tabea buchstäblich „auf die Pelle“. Es entstanden extrem nahe Gesichtsausschnitte. Hier ging es um die Reflexion des Wassers auf der Haut und die Intensität des Blickes – pur, roh und ohne ablenkende Kleidungselemente.
Die eingesetzte Technik
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Beleuchtung: Für die Close-ups wechselte ich auf ein 75 Watt Ringlicht. Diese Quelle umschließt das Objektiv und sorgt für eine schattenfreie Ausleuchtung der Hautporen sowie die charakteristischen kreisförmigen Lichtreflexe in den Augen, was den „Wet-Look“ zusätzlich unterstützt.
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Objektiv: Um die Distanz zu wahren und dennoch kleinste Details groß abzubilden, kam das Samyang AF 135mm F1.8 FE für Sony E zum Einsatz. Die Tele-Kompression dieses Glases ist phänomenal für Tight-Headshots und lässt die Proportionen absolut harmonisch wirken.



Der Tag mit Tabea hat gezeigt, dass man mit dem richtigen Team und gezieltem Technikeinsatz zwei Welten in einem Shooting vereinen kann. Der Sprung vom harten Schatten des Beautydishs hin zum sanften Glow des Ringlichts war genau die richtige Entscheidung, um die Vielseitigkeit meines Models einzufangen. Ein gelungener Einstand für unsere Zusammenarbeit!
Von hier aus noch mal ganz vielen Dank für deine Zeit und die wunderbaren Bilder die ich von dir machen dürfte.
Falls auch Du ein Fotoshooting bei mir möchtest, dann schreib mich über das Kontaktformular an.
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